Stil IKONEN: Twiggy – Supermodel model der 1960er

Mon, 12/19/2011 - 13:30

Lesley Hornby war 15 Jahre jung und hatte gerade eine Lehre als Friseuse begonnen, als sie von einem Modefotografen 1964 im Londoner East End entdeckt wurde. In einer achtstündigen Sitzung machten der Starfriseur Vidal Sassoon und eine Visagistin die unscheinbare Vorstadtpflanze zu dem Mädchen, das die Modeszene der 1960er Jahre aus den Angeln hob. Mit einem frechen blonden Bubikopf läutete Twiggy, wie sie jetzt hieß, die Swinging Sixties ein. Auch ihr Make-up wurde Kult: Zuerst grundierte man das Gesicht in einem blassen Ton. Dann wurde mit einem Pinsel oder Stift eine dunkle Lidfaltenlinie und anschließend eine dünne Lidlinie mit schwarzem Eyeliner gezogen. Zwischen die Linien trug man intensiv gefärbten Lidschatten auf – in der Farbe der Augen oder des Kleides. Unverzichtbar waren die künstlichen Wimpern, die man gerne dreifach übereinander klebte und tiefschwarz tuschte; die Lippen wurden hingegen zurückhaltend geschminkt. Twiggy war das erste aller Supermodels. Mit ihrer knabenhaften Figur (78-55-80) war sie prädestiniert für die Mode der Kult-Designerin Mary Quant. Über Nacht war Paris als Modemetropole out und London hipp. Zentrum des Geschehens war die Carnaby Street – hier bekam man schwingende Röcke, psychedelisch gemusterte Schlaghosen, knallbunte PVC-Regenmäntel und die Musik der Beatles und Stones, gepresst in schwarzes Vinyl. Twiggy, das neue Idol, krempelte sogar die langweilige Laufstegroutine um. Sie schritt nicht gemessen über den Steg. In Mary Quants ultrakurzen Miniröcken tanzte, sang oder hüpfte Twiggy vor den Augen der fashion crowd wie ein ausgelassenes Kind. Der Look der Sixties war für Twiggy & Co. der Aufbruch in eine neue Zeit.

 

Twiggy (übersetzt: das Zweiglein)

war fünf Jahre lang der Star auf

allen Laufstegen. Mit bonbonfarbenen

Minikleidern, blondem Bubikopf und ihrer

kindlichen Körpersilhouette schuf sie den

Look der Sixties.

 

»Schönheit ist, was

Auge, Herz und

Verstand gleichzeitig

erfreut.«

Umberto Eco

Jacqueline Kennedy (1929–1994)

prägte einen richtungweisenden Look,

der mit den bis dahin geltenden

Konventionen brach. Dank seiner zeitlosen

Eleganz wird er bis heute kopiert.

 

Jackie Kennedy – »Queen of America«

Jacqueline »Jackie« Kennedy besaß, was man den bisherigen First Ladys der Vereinigten Staaten abgesprochen hatte: Stil und Charme. Nach der Wahl John F. Kennedys zum Präsidenten war die erste Tat der europäisch erzogenen Tochter aus reicher Familie eine komplette Renovierung des Weißen Hauses. Und zugleich entstaubte sie die Regeln, die für den Auftritt der First Lady galten. Der Modeschöpfer Oleg Cassini schneiderte für Mrs. Kennedy mehr als 100 Roben und Kostüme von faszinierender Schlichtheit. Sie wagte es, pfefferminzgrüne, ärmellose Kleider, die knapp über dem Knie endeten, zu offiziellen Anlässen zu tragen. Und sie scheute auch nicht davor zurück, sich bei Staatsbesuchen in Seidenhosen oder Saris zu kleiden. Ihre Etuikleider wurden schnell zur allgemeinen Mode, und die kleinen, in der Farbe des jeweiligen Kostüms gehaltenen Pillbox-Hütchen entwickelten sich zum modischen Bestseller. Auch die übergroßen Sonnenbrillen und Perlenketten wurden zu Must-haves. Ihre Frisuren waren, wenngleich im Stil der Sechziger toupiert, relativ schlicht. Less is more, so lautete auch ihr Motto in punkto Make-up. Sie war stets perfekt geschminkt, ohne viel Farbe zu benutzen. Dunkel nachgezogene Augenbrauen, Lidstrich und in dezenten Rosétönen geschminkte Lippen – mehr brauchte es nicht, um Jackie Kennedy zur Stil-Ikone zu machen. Bei seinem Staatsbesuch im Mai 1963 in Frankreich sagte J.F.K. lachend: » Darf ich mich vorstellen: Ich bin der Mann, der Jackie Kennedy begleitet!«

Audrey Hepburn – die rehäugige Gräfin

Ihre Mutter war eine niederländische Gräfin, ihr Vater ein englischer Banker. Audreys Erziehung war den strengen Regeln der High Society angepasst. Die guten Manieren legte sie auch nicht unter dem flapsigen Ton ab, der in den Hollywood-Studios herrschte. Schon bald hatte sie ihren Beinamen: Audrey, her Highness. Ihre kurzen Haare, die weiten wippenden Röcke, die Caprihosen und die Ballerinas, die sie allen High Heels vorzog, wurden Mode unter den Teenies weltweit. Im Gegensatz zu ihren perfekt geschminkten Kolleginnen strichelte Audrey nur ihre dichten, dunklen Augenbrauen und benutzte künstliche Wimpern. Ein Hauch von Puder und rosa Lippenstift, das reichte. War sie in den 1950ern der Schwarm aller Teenager, so wurde sie im folgenden Jahrzehnt zur perfekten Lady. Der Pariser Modeschöpfer Hubert de Givenchy schuf ihre stylische Garderobe, die der Jackie Kennedys ähnelte. 

 

In Frühstück bei Tiffany (1961) spielte

Audrey Hepburn (1929–1993) die Rolleihres Lebens und schuf erneut einen

Modetrend: Das »kleine Schwarze« feierte

ein Comeback, mit Tiffany-Preziosen undübergroßer Sonnenbrille war Audrey das

»It-Girl« der 1960er.

 

 

Buch-Tipp:„Make-up. Einfach schön aussehen!“ (von Boris Entrup)

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