Stil IKONEN: Madonna – Mega- Star der 1980er
Thu, 01/19/2012 - 11:00
Wie keine andere prägte Madonna als Fashion- und Lifestyle-Ikone die 1980er Jahre – und ganz nebenbei noch die folgenden zweieinhalb Jahrzehnte. Ein Ende ihrer Dominanz in Sachen Mode und Stil ist bis heute nicht in Sicht. Die Triebfedern ihres Erfolgs: Kreativität, Disziplin und Kompromisslosigkeit. Der Ruhm war ihr absolut nicht in die Wiege gelegt. 1958 in Michigan geboren, wollte die Klosterschülerin zunächst Tänzerin werden, ging nach New York und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Sie knüpfte Kontakte, arbeitete hart an sich, und dank ihrer Beharrlichkeit ging es ganz langsam bergauf. Ihr 1984 erschienenes Album Like a Virgin macht sie endlich weltweit zum Star – und ihren Look zum Inbegriff der 1980er. Ihr Haar trug sie auftoupiert oder in üppigen, blond gesträhnten Dauerwellenlocken, oft mit Tüllschleife zusammengebunden. Die engen, tief dekolletierten Glitzer- oder Spitzenkorsagen, kurzen Tüllröcke und hautengen Leggings waren ihr Mode-Statement. Schwarz, Weiß und Neonfarben waren damals ihre Favourites. Ihr farbstarkes Make-up – dunkel ummalte Augen, blutrote Lippen, viel Rouge und ein Schönheitsfleck über der Oberlippe –, lange Ohrgehänge und bündelweise Ketten machten den Look komplett, der rund um den Globus millionenfach kopiert wurde. Ihre weiblichen Fans vergötterten sie nicht zuletzt, weil sie für eine neue, selbstbewusste und selbstbestimmte Frauengeneration stand und auch vor Provokationen nicht zurückschreckte. Bevor Madonna den Fehler beging, ihr Publikum zu langweilen, erfand sie sich auf einzigartige Weise immer wieder neu. Mit traumwandlerischem Gespür ortete sie zukünftige Trends und setzte sie lange vor allen anderen konsequent um. Sie kehrte mit einem neuen Album, einem neuen Musikstil und einem neuen Look zurück – bis heute.
Das Jahrzehnt der Supermodels
Sie wurden verehrt wie Filmstars. Keine von ihnen trat ohne Bodyguard auf. Ihre
Gagen waren traumhaft, ihre Auftritte raffinierte Inszenierungen. Und: Auch dunkelhäutige
Models schafften endlich den Sprung unter die »Top 10« der Branche. Allen
voran Naomi Campbell. »Der Panther«, wie sie von ihren Fans genannt wird, wurde
1985 als 15-Jährige in London für ein Mode-Shooting der Zeitschrift Elle entdeckt.
Sie war das erste afro-britische Model, das es auf die Titelseite der amerikanischen
und der französischen Vogue schaffte. Black war jetzt absolutely beautiful! 1991
wählte das People Magazine Naomi unter die »50 schönsten Menschen der Welt«.
Auch das in Somalia geborene Model Iman feierte in den 1980ern die größten
Triumphe. Sie präsentierte Yves Saint Laurents »African Queen«-Kollektion, und der
Meister bezeichnete sie als seine »Traumfrau«.
Linda Evangelista zählte in den 1980ern zur Riege der Supermodels. Ihre unglaubliche
Wandlungsfähigkeit war ihr Kapital und trug ihr den Spitznamen »das Chamäleon
« ein. Sie brachte es fertig, 17 verschiedene Haarfarben in einem Jahr zu tragen.
Den spektakulären Wechsel von lang zu kurz verdankte sie Peter Lindbergh.
»Schneide dir die Mähne ab, dann mach ich Fotos!«, sagte er zu ihr. »Dabei war
meine Mähne wie ein Schutzschild für mich!«, erzählte Linda. Und Lindbergh hatte
recht. Mit kurzen Haaren unter all den Löwenmähnen war Linda Evangelista plötzlich
die absolute Nummer eins und unangefochtene Trendsetterin.
Gegen Ende der 1980er Jahre stieß mit Claudia Schiffer auch eine Deutsche in
die oberste Model-Liga vor. Karl Lagerfeld erkannte ihr Talent und schickte sie für
Chanel auf den Laufsteg. Die Düsseldorferin verkörpert bis heute eine raffinierte
Mischung aus zeitloser Eleganz, französischem Chic und einer Prise Vintage. Kein
Wunder, dass das Modehaus Yves Saint Laurent sie zum Gesicht 2009 machte.
Individualität ist Stil
Stereotypen waren nicht gefragt. Jede von ihnen besaß eine eigene Persönlichkeit.
Die Australierin Elle Macpherson, wegen ihres perfekten Körpers »The Body«
genannt, stand für das sportliche, durchtrainierte, braungebrannte Strandgirl, während
Christy Turlington das unkomplizierte Mädchen von nebenan verkörperte.
Cindy Crawford bekannte sich ganz offen zu ihrem »Makel«, dem kleinen, leicht
erhabenen Leberfleck am Mundwinkel. Zu Beginn ihrer Karriere hatte man ihr
geraten, ihn entfernen zu lassen, doch das kam für sie nicht infrage – er wurde
zu ihrem Markenzeichen.
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